Nachtfaltererfassung im Heilsmoor

Es ist wirklich ein ganz besonderes Erlebnis: Die Nachtfaltererfassung mit Jürgen Röper im Heilsmoor. Um halb zehn abends versammelten sich sieben Nachtfalterfreunde am Wasserwerk Heilsberg und zogen in der Dämmerung von dort aus bepackt mit allerlei Ausrüstung hinunter ins Heilsmoor. 

Bei optimalen Wetterbedingungen um die 20 Grad Celsius und Windstille, sowie einem leicht bedeckten Himmel wurde das Equipment aufgebaut. Das Herzstück ist eine sogenannte Lichtfalle. Dazu wird eine Leuchtröhre unter einem kleinen Schirm an einem Stativ befestigt und ein dünnmaschiges Insektennetz darüber gelegt. So können die Insekten zum Licht kommen und auf dem Netz Platz nehmen, ohne sich zu verbrennen. Unter der Lichtfalle werden helle Tücher ausgelegt, um auch die Tiere, die lieber auf dem Boden in der Nähe der Lichtquelle sitzen möchten, sehen zu können. 

Und dann wird gewartet, bis die Nachtfalter kommen. Behutsam werden sie vom Netz in Bestimmungsbecher gesetzt und genau betrachtet. Jürgen kann meistens schon auf den ersten Blick sagen, wer da gerade im Glas sitzt. Eine unglaubliche Leistung bei rund 50 Arten, die uns an dem Abend besuchten!

Für die Bestimmung stehen Tisch und Stuhl, eine Lampe und Bestimmungsliteratur sowie natürlich Jürgen zur Verfügung. Nach der Bestimmung gibt es noch ein Erinnerungsfoto und schließlich werden die Falter unbeschadet wieder in die Nacht entlassen. 

Die folgenden wunderschönen Fotos von ein paar ganz besonderen Gästen des Abends hat der Fotograf Dirk Godlinski aus Worpswede gemacht (s.a. https://www.digitalografie.de/2025/08/02/unter-spinnern-spannern-und-schw%C3%A4rmern/), der dem NABU Hambergen freundlicherweise gestattet hat, diese für unseren Bericht zu verwenden. Herzlichen Dank!

Die besondere Stimmung im sommernächtlichen Heilsmoor, die Naturgeräusche von den Tieren des Moores, die an unser Ohr drangen, und schließlich die funkelnden Sterne am Nachthimmel waren wohl auch ein Grund dafür, dass sich kaum jemand so recht zum Aufbruch entschließen konnte. Und die Falter, die wir erkundeten, erkundeten im Gegenzug auch uns. Kierfernschwärmer und Grasglucke hatten die Scheu verloren und ließen sich auf unseren ausgestreckten Armen und Händen nieder. Ein Kiefernschwärmer verfolgte das Geschehen eine ganz Weile lang aufmerksam von Jürgens Schulter aus. Vielleicht war es auch eine Art anerkennendes Schulterklopfen für einen, der sich schon seit Jahrzehnten für den Schutz dieser besonderen Tiere einsetzt. 

Text: Nicole Dekker

Fotos: Dirk Godlinski und Nicole Dekker, s. Einzelkennzeichnung